Ein Bild ist nicht von vornherein fertig ausgedacht und festgelegt. Während man daran arbeitet, verändert es sich in gleichem Maße wie die Gedanken. Und wenn es fertig ist, verändert es sich immer weiter entsprechend der jeweiligen Gemütsverfassung desjenigen, der es gerade betrachtet (Pablo Picasso).

Alexandra Birschmann sieht sehr genau hin, bevor sie sich mit ihren oft großformatigen Bildern mit nichts weniger als mit dem Leben selbst befasst. Sie beschäftigt sich mit kurzen Augenblicken emotionaler Berührung, die unser Leben nachhaltig  beeinflussen. Der kreative Ausdruck dieser Beobachtungen reicht von Portraits voller Stille – den Lebensgesichtern – bis hin zu abstrakten Kompositionen.

Große Gesichter, ganz nah herangeholt und scheinbar unbeobachtet, laden zum Betrachten ein. Immer wieder setzt sich Alexandra Birschmann kritisch mit unserem Lebensstil auseinander. Ihre Kunst verzichtet dabei auf politisierende Belehrung und zielt stattdessen ganz klassisch auf eine Schärfung der Wahrnehmung, die dem Betrachter als Impuls dienen kann, sich selbst eine Meinung zu bilden.

Als Grundlage ihrer Werke dient meist eine mehrschichtige abstrakte Arbeit. Pastos gespachtelte Farbaufträge, vorwiegend in Acryl, entstehen auf der Leinwand. Im nächsten Schritt entscheidet die Künstlerin dann, ob und wenn welches Portrait darüber gelegt wird und wie viel von der ursprünglichen Farbkomposition erhalten bleiben soll. So erzielt sie eine ganz eigene Dynamik in ihren Bildern.