„Wenn du das Leben begreifen willst, glaube nicht, was man sagt und was man schreibt, sondern beobachte selbst, und denke nach.“

Anton Tschechow

 

Alexandra Birschmann liebt es Menschen anzuschauen. Sich in ihre Gesichter zu vertiefen und zu erkunden, was sie an Emotionen erspüren kann. Bekannte, Freunde und Familie ermöglichen ihre Studien und sind unerschöpfliche Schaffensquelle für ihre großformatigen Werke. Den Blick auf das Porträt fokussiert, ein Augenblick der Kontemplation, lädt die Künstlerin den Betrachter ein hinzuschauen und eigene Empfindungen wahrzunehmen.

Mit zwei verschieden Techniken nähert sich Alexandra Birschmann ihrem Ziel:
Ein in sich abgeschlossenes abstraktes Werk in kräftigen Acryl- oder Öl-Farben pastos gespachtelt entsteht intuitiv. Immer wieder verwendet die Künstlerin Komplementärfarbenkontraste. Ein Muster von horizontalen Bewegungen, die auch innerhalb der Gesichter nicht ihre Richtung ändern, tauchen wiederkehrend in den Werken auf. Darüber erschafft Alexandra Birschmann aus klaren Linien ein Porträt, das den jeweiligen Farbkanon aufnimmt und Transparenz zulässt, wodurch ein ganz eigener Ausdruck entsteht. Farbe und Form ziehen sich in spannendem Kontrast an und ergänzen sich zu einem lebendigen Werk.

Alexandra Birschmann richtet den Blick nach innen, zeigt kleine Handlungen und Gemütszustände, die nachhaltig unser Leben beeinflussen. Die unter der Oberfläche stattfinden und dazu führen, dass wir im Augenblick die Routine verlassen, um uns selbst zu erleben.

In der Anlage ihrer Bilder sind Farbe und Form gleichbedeutend. Die Künstlerin führt Abstraktes in eine Form, schafft Figuratives auf Nonfigurativem. Die Ursprünglichkeit und Einfachheit der gespachtelten Farbfläche nimmt in besonderer Weise die weichen Linien der Gesichter auf. So führt das Werk den Betrachter behutsam auf den Zusammenhang von Mensch und Umwelt.